Rabland

Woher kommt der Name Rabland ?

 

Daß Rabland eine uralte Siedlung am Venostenweg ist, beweist der Fund eines bronzezeitlichen Lappenbeiles (1914 gefunden). Der Name des Dorfes hat sich im Laufe der Zeit wirklich sehr oft geändert, und die Namendeutung läßt verschiedene Erklärungen zu. 1285 wird Cantravn, 1327 Cultraun erwähnt, angeblich keltischen Ursprungs. Es soll sich ableiten von ,,Turm des Catronius", eines romanisierten Kelten. Auch die Hegelinentochter Kutrun, oberdeutsch Cundrun wird für die Namengebung herangezogen (Tarneller).

Oder kommt das Wort von catranum = Stromfall ? So, wurde nämlich in früheren Zeiten der Zielbach, bzw. davon abgeleitet das Zieltal Katrauntal genannt. Die For­men 1329 Guntraun, 1404 Guntram, 1407 Cantrun und Guttun, 1427 Cultraun, 1431 die Gantrauner, 1471 Kaltraun, Kiltraun, Kuntraun und 1580 Catraun wurden immer mehr durch den Namen des Mairhofes (früher Rablandhof) verdrängt. Aus rapulatus campus bzw. rapulatum = Rübenfeld entstand Rablander(Hof): 1312 Rabelant (noch Hofname), 1329 Tarantes, Guntraun, 1457 Rablander, 1552 Rablanderhof, 1633 auf Rablant, 1660 Rallat, 1728 Tegnei Rabland, 1552 und 1796 Rablander Degnei (Degnei hießen früher in unserer Gemeinde die Dorf - bzw. Ortsteile), 1910 Rabland 1923 Rabland (scheint im Reg. decr. 800 nicht auf), 1940 Rablà (Tolomei, Prontuario, 350). Es bleibt zu hoffen, daß letztgenannter Name im Rahmen der zu erwartenden Neuregelung der Ortsnamensgebung wiederum abgeschafft wird, da es für Ihn keine historische Begründung gibt. Rablà gehört nämlich zu den willkürlichen Übersetzungen von Ettore Tolomei, dem ,,Totengräber Südtirols."

Auch ein altdeutscher Personenname Rabo = "Gut (Land) des Rabo" kann für die Namengebung herangezogen werden. Aber auch Gatraun = im grünen Feld oder ,,terra ravus" = dunkle Erde wird dem Namen zugrunde gelegt; sogar ravella = kleiner Fels neben einem Hof (Happichl ?) vermuten Sprachforscher als Sprachwurzel.

Der Chronist Joseph Ladurner (1770-1832) schreibt über die Namengebung folgendes: ,,Warum heißt Kaltraun jetzt das Land der Raben? Nicht wegen (der) vielen Raben auf dem Moos; weil ihre Station daselbsten haben, der Törcher, Bettler, Karrenzieher Troß, die Kraxentrager und die Vinschgerzangger, ein Rabenvolk unzählig wie die Rangger. Dies hat aus Kaltraun Rabeland gemacht und hat's um Ehr' und guten Nam' gebracht.“

Diese Begründung ist zwar historisch interessant, jedoch keineswegs stichhaltig; sie entspringt wohl dem Ärger über die durchreisenden Händler aus dem oberen Vinschgau, die oftmals auf der Rablander ,,Lahn" lagerten und Station machten und nicht in gutem Rufe standen (Karner).

Die Namengebung ist also keineswegs geklärt, sie läßt - wie so oft - mehrere Schlüsse zu. Doch ist der Reihenfolge rapulatus campus, Rallat, Rablandhof, Rabland der Vorzug zu geben. Die anderen Namen sind also im Laufe der Zeit verdrängt worden. Ladurner schreibt: ,,Das neue Rabland hat das alte Cutraun bzw. Kaltraun verschlungen." Als ältester urkundlich belegter Ortsname ist demnach ,,Cutraun" zu betrachten. (1. Mai 1327; Orig. Urkunde in Pergament noch vorhanden). Nach der Mundart der neueren Zeit wird Roblt gesagt, die Bewohner sind die Roblter.

Aus der Broschüre: Die neue Kirchenorgel  / Rabland - Einst und Jetzt Dorfgeschichte von Kulturassessor Ewald Lassnig.